Brustzentrum

Zertifiziertes Brustzentrum

(Deutsche Krebsgesellschaft e.V. und Deutsche Gesellschaft für Senologie)

Fachabteilungsübergreifende Versorgung von Brustkrebspatientinnen Bei der Behandlung von Brustkrebs ist eine umfassende Therapie notwendig, die viele verschiedene Maßnahmen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen beinhaltet. Neben den körperlichen Symptomen gilt es, auch die psychischen Auswirkungen der Erkrankung zu behandeln. Um den Patientinnen die bestmögliche Versorgung sowie eine individuelle und persönliche Betreuung anzubieten und optimale Heilungschancen zu erzielen, sind alle beteiligten Spezialisten und Fachabteilungen in einem eigenen Brustzentrum zusammengefasst.

Zum Brustzentrum gehören: Frauenklinik, Plastische Chirurgie, Pathologie, Radiologie, Strahlentherapie, Nuklearmedizin, die psychologische Versorgung, die speziellen Kurbehandlungen und die Nachsorge durch die niedergelassenen Frauenärzte.

Zertifizierte Qualität Die fächerübergreifende Behandlung des Brustkrebs im Sana Klinikum Hameln-Pyrmont wurde durch die Deutsche Krebsgesellschaft und Deutsche Gesellschaft für Senologie (Brusterkrankungen) erstmals im Mai 2004 geprüft und bezüglich ihrer Qualität zertifiziert. Das Brustzentrum wird seither regelmäßig von Prüfern der Deutschen Krebsgesellschaft kontrolliert, um eine gleichbleibend gute Versorgung zu garantieren. Die letzte Überprüfung fand im Oktober 2014 statt. Dabei wurde die Zertifizierung erneut bestätigt.

Früherkennung & Diagnostik

Die Mammographieambulanz übernimmt die Früherkennungs-Untersuchungen und die komplette Diagnostik bei Verdacht auf Brustkrebs. Dazu gehören neben der genauen Befragung (Anamnese) und Tastuntersuchung auch die Mammographie und weitere Spezial-Techniken.

Alle Mammographieaufnahmen werden von 2 Ärzten befundet, besondere Fälle darüber hinaus in einem Qualitätszirkel diskutiert. Die technische Ausstattung und die Qualität der Durchführung wurden bereits gesondert zertifiziert. Weiterhin werden hier die Brustsonographie und – zur Abklärung von Befunden – die Punktion und Stanzbiopsie durchgeführt.

Kontakt-Telefonnummer: (05151) 97-1269

Bei Verdacht auf Brustkrebs wird die Diagnostik durch einen erfahrenen Therapeuten koordiniert, der auch die notwendigen weiteren Maßnahmen veranlasst. Dank der engen Zusammenarbeit mit dem Institut für Pathologie liegt in der Regel bereits nach 24 Stunden eine Diagnose vor. Bösartige Tumore werden somit sehr schnell gesichert und die weitere Behandlung kann kurzfristig eingeleitet werden. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Plastische Chirurgie sind auch größere Operationen mit der Möglichkeit eines Wiederaufbaus der Brust und besonderen formgebenden Veränderungen kurzfristig möglich.

Tumorkonferenz

Einmal wöchentlich findet eine fächerübergreifende Konferenz statt, in der alle Brustkrebsfälle besprochen und die jeweiligen Behandlungsempfehlungen gemeinsam erarbeitet werden. Dabei können sowohl Empfehlungen zur operativen Therapie als auch für die Weiterbehandlung nach erfolgter Operation oder bei Wiederauftritt der Erkrankung gegeben werden.

Teilnehmer sind alle Fachgruppen, die an der Behandlung teilnehmen: Frauenärzte, Plastischer Chirurg, Röntgenologe, Pathologe, Strahlentherapeut, der jeweilige niedergelassene Frauenarzt oder die Frauenärztin, ggf. ein Psychologe und bei Bedarf weitere Kollegen.

Die Empfehlung aus der Tumorkonferenz wird der Patientin in einem persönlichen Gespräch nahe gebracht und die Therapie dann gemeinsam individuell festgelegt. Es wird darauf geachtet, dass jede Behandlungsempfehlung auf die individuelle Situation der Patientin ausgerichtet ist und alle Therapieschritte gemeinsam mit ihr besprochen und festgelegt werden.

Brustoperationen

Wenn ein Brustkrebs diagnostiziert und die Behandlung abgestimmt worden ist, kann innerhalb weniger Tage eine Operation in der Frauenklinik durchgeführt werden.

Kontakt-Telefonnummer Frauenklinik: (05151) 97-1201

In über 75% der Fälle kann dabei die Brust erhalten werden (brusterhaltende Therapie). Oft lässt sich zudem die komplikationsreiche komplette Entfernung aller Lymphknoten aus der Achselhöhle vermeiden. Dazu wird nach spezieller Markierung der sogenannte Wächterlymphknoten aus der Achselhöhle herauspräpariert und durch den Pathologen untersucht. Nur wenn darin Tumorzellen gefunden werden, müssen auch die übrigen Lymphknoten entfernt werden. Nach der mehrjährigen Beteiligung an einer bundesweiten Studie konnte die Frauenklinik die Qualitätsanforderungen für diese Therapieform nachweisen und sie als eines der ersten Zentren in Niedersachsen als Standardbehandlung anbieten.

Muss die Brust vollständig entfernt werden, kann auch ein Wiederaufbau mit Eigengewebe oder Fremdgewebe durch die Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie vorgenommen werden. Bei großen Brustwandeingriffen wird ebenfalls gemeinsam operiert. Ist eine angleichende Brustoperation der gesunden Seite zur Vergrößerung, Verkleinerung oder Formänderung gewünscht, nimmt die Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie den Eingriff vor.

Kontakt-Telefonnummer Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie: (05151) 97-1245

Onkologische Ambulanz

Ist nach einer Brustkrebsoperation oder beim Wiederauftritt der Erkrankung eine weiterführende Therapie notwendig, steht dafür eine eigene Gynäko-Onkologische Ambulanz unter Leitung des gynäkologischen Oberarztes D. Jahn zur Verfügung.

Hier werden alle gängigen und modernen Chemotherapieverfahren, Hormontherapieverfahren und Antikörpertherapien durchgeführt. Die Ambulanz nimmt an den wichtigsten internationalen Studien zur Verbesserung der Therapie und Einführung modernster Verfahren teil. Durch Qualitätszirkel werden besondere Fälle überregional diskutiert. Die Qualitätssicherung wird in einem niedersachsenweiten Register unter der Leitung der Medizinischen Hochschule Hannover vorgenommen. Damit ist auch bei gängigen Therapien die Versorgung auf höchstem Niveau gesichert.

Kontakt-Telefonnumer: (05151) 97-1270

Psychoonkologie und Selbsthilfe

Parallel zur Diagnostik und Therapie führen unsere Ärzte und Pflegekräfte persönliche Gespräche mit den Patientinnen, um die jeweilige Situation durch klare und verständliche Erklärungen begreifbar zu machen und die seelische Belastung zu mindern. Für eine darüber hinausgehende psychologische und seelsorgerische Unterstützung stehen zudem geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung. Sind die psychologischen Beeinträchtigungen stark, ist auch eine begleitende Therapie möglich.

Viele weitere Maßnahmen wie Kosmetikkurse, Gespräche zur Selbsthilfe und Lebensführung sowie Ernährungsberatung runden die Behandlung ab. Bereits bei der stationären Therapie können zudem Kontakte zu den kooperierenden Selbsthilfegruppen im Landkreis hergestellt werden. Eine speziell geschulte Sozialpädagogin organisiert schließlich die weitere Versorgung nach der Entlassung, wie z.B. Hilfen für zu Hause, Anträge bei Behörden, Kuranträge etc.

Strahlentherapie

Sofern bei einer Brustkrebserkrankung die Bestrahlung der Brust oder der Brustwand notwendig wird, wird diese am eigenen Institut für Strahlentherapie am Sana Klinikum Hameln-Pyrmont durchgeführt.

Anschlussheilbehandlung

Nach der Brustkrebsoperation und einer ggf. notwendigen Chemo- oder Strahlentherapie ist eine Anschlussheilbehandlung sinnvoll, um die Erkrankung nicht nur körperlich sondern auch seelisch vollständig zu überwinden. Dabei kooperieren wir mit den Kurkliniken in Bad Pyrmont und Bad Münder, die spezialisierte, onkologisch geschulte Therapeuten einsetzen, um in Einzel- und Gruppengesprächen den seelischen Heilungsprozess zu unterstützen. Begleitet wird dies von vielen weiteren Anwendungen und krankengymnastischen Behandlungen.

Tumornachsorge

Die Brustkrebs-Nachsorge übernehmen die niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzte in Zusammenarbeit mit dem Brustzentrum in einem standardisierten Verfahren. Dabei werden die betroffene Brust und die Gegenseite regelmäßig untersucht, u.a. durch Mammographien und Ultraschalluntersuchungen.